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Spoleto und Schildkrötenpanzer

Überfüllte Touri-Städte wie Amsterdam, Barcelona oder Rom – das Gegenmittel heißt: B-Tourismus-Ziele aufsuchen. Naturgemäß hört kein Ort gerne, dass er „B“-Ziel sei. Aber Umbrien ist nach Rom und Toskana doch eher zweite Wahl…img_1775
Heute also Spoleto. Alte herzogliche Festung. 10-bögiges-Aquädukt (schon bei Goethe erwähnt). Dom mit großartigem Vorplatz. Die Altstadt renoviert, gepflegt und sauber.
Ein antikes römisches Amphitheater. Blick bis nach Assisi und über das Valle umbra, das Tal Umbriens. Traumhaft. In jedem anderen Land hätte Spoleto ein A.
Umbrien ist für eine Rebsorte bekannt: Sagrantino. Und damit verbunden das regionale Siegel Montefalco. Das Weingut der Familie Antonelli setzt auf ökologisch angebaute Weine. Dafür gibt es wohl auch international einen Markt. Die Probierstube ist modern eingerichtet. Das Personal zuvorkommend und freundlich. Schade, dass ich mit den Weinen selbst nichts anfangen kann.img_1800
Die Familie Lunelli, bekannt durch ihren FerrariSpumante ist ebenfalls in Umbrien aktiv. Und hat den Bildhauer Arnaldo Pomodoro gebeten, eine Winzerei zu entwerfen. Mich haut das Gebäude aus den Socken. Ein überdimensionaler Schildkrötenpanzer, italienisch Carapace, daher auch der Name des Weingutes, überdacht die Besucherhalle. In deren Mittelpunkt führt eine Treppe nach unten in den Hügel, der die eigentlichen Lager- und Produktionsstätten umhüllt. Die Winzerei schmiegt sich durch die organische Form nicht nur in die Landschaft, sie verschwindet img_1852wortwörtlich in ihr. Ein großer roter Pfeil weist deshalb auf den Standort hin. Pomodoro ist in Hessen nur zu gut bekannt: etwas durch die Skulptur Grande Disco – ein Denkmal für Georg Büchner vor dem Staatstheater Darmstadt in Darmstadt, oder Papyrus per Darmstadt, vor dem Posttechnischen Zentralamt in Darmstadt.img_1853
Leider setzt der Vineur von Carapace auch auf Bio-Weine. Aber zumindest die Architektur bleibt ein lohnenswertes Ausflugsziel.
Silvester feiern wir gemütlich im kleinen Kreis. F. erweist sich einmal mehr als großartige Köchin. Es gibt das klassische umbrische Capodanno-Gericht: lenticchie et salsiccia (Linsengemüse mit Wurst). Das neue Jahr beginnt kulinarisch gesehen hervorragend. Dazu gibt’s einen umbrischen Wein, denn R. hält aus vielfachen Gründen zur Region. Und das lässt sich ja nur begrüßen.img_1855
Der Neujahrstag bereitet uns einen blauen Himmel und klare Luft. Wir fahren auf den Hausberg der Gegend, den Subasio, und bicken nach unten auf Assisi. In der Ferne können wir die Abruzzen mit dem Gran Sasso Massiv erkennen. Die Gipfel tragen eine Schneemütze, auf dem Subasio bläst uns ein kalter Wind entgegen. Das fühlt sich so gar nicht südländisch italienisch an…

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