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Foligno – Stadt der Kirchen

In Foligno kommt man kaum daran vorbei, Kirchen zu besichtigen. Dachte ich. Der Dom verwehrt mir wegen Erdbebenschäden den Eintritt. Die Kirche San Paolo Apostolo der Architekten Fuksas zum Gedenken an die Opfer der Erdbeben: geschlossen. Museum für moderne Kunst inklusive Nebenstelle: nur am Wochenende geöffnet.
Ich weiche in die Konventskirche San Giacomo aus und besuche eine Messe. 20 Frauen und 2 Männer feiern das neue Jahr. Mich beeindruckt, wie harmonisch und stimmkräftig die Gemeinde singt. Auch in den nächsten Tagen werden mir die Kirchen Ruhe und Raum geben, um meine Gedanken nach dem Tod meines Vaters zu sortieren. Ich durchstreife die Kirchen der Augustiner und der Franziskaner, das Oratore der Madonna di Galfone, Santa Maria Infraporta

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San Giacomo

Das Stadtmuseum ist ein echter Hammer. Als Heimstätte dient ihm ein Renaissance-palast der Familie Tricci, die im 16. Jahrhundert die Stadt beherrschte. Das Gebäude ist komplett nach modernen archäologischen Gesichtspunkten renoviert worden. So sind die teilweise erhaltenen Fresken als Fragmente konserviert worden, nur die Linienführungen der Skizzen wurden über das Fragment hinaus geführt. Im Rosensaal zeigen die Fresken die 7 freien Künste und (leider nur rudimentär erhalten – das Beitragsbild zeigt Multiplikation mit den Fingern) die Planetengötter als Allegorien auf die Lebensabschnitte eines Menschen.
Die Pinakothek beherbergt Gemäldeschätze aus den Kirchen der Stadt, unter anderem die Madonna von Foligno aus der Hand Raffaels.
In der Geschichte trachteten immer wieder alte Männer mit langen Bärten nach dem Leben von Frauen. Wenn ich mich heute in Europas Straßen umschaue, haben sie zumindest in den Bärten keinen Nachwuchsmangel. Bei der Gynophobie bin ich mir da nicht sicher. Das Martyrium der heiligen Katharina kommentiert F. so: „Jungfrau und Enthauptung – doppelt bestraft.“img_1817
Aus der Centralbar heraus überblicke ich den Platz der Republik mit Rathaus, Villa Tricci und Kathedrale. Als Café sehr empfehlenswert. Auch als über meine Malübungen der Kaffee erkaltete, wurde ich nicht gestört.
Bei einem Spaziergang durch die Stadt treffe ich auf zwei ringende Schildkröten…
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