Veröffentlicht in Allgemein

Dienstag, 10. Oktober 2017

Tel Aviv lassen wir hinter uns und fahren nach Norden. Ein Schlenker bringt uns nach Alfei Menashe, ins Westjordanland, wo Veteranen der israelischen Armee 1983 das „Siedlungsvakuum“ genutzt haben, um „ihr“ Dorf zu bauen. Wie wir aus Asterix gelernt haben, ist das seit jeher der Traum eines Centurios / Feldwebels / Sergeanten, nach abgeleisteter Militärzeit sein kleines Landgut zu betreiben.
Zur Mittagstunde trudeln wir in Givat Haviva ein. Hinter diesem Namen verbindet sich ein Jugendbildungszentrum, das sich zur Aufgabe gemacht hat, arabische und jüdische Jugendliche zusammenzubringen. Friedensarbeit im besten Sinne.IMG_0724

deutsch-polnische Jugendbegegnung

Onkel Bo interessiert sich natürlich für den kulturellen Anteil an diesem Programm. Neben der sprachlichen Ausbildung, besonders dem Unterrichten von Hebräisch, damit die arabisch-israelischen Jugendlichen an Kultur und Bildung der israelischen Mehrheitsgesellschaft teilhaben können, bringt Givat Haviva die Menschen aus beiden Kulturkreisen zusammen. Kunstprojekte wie „Under the Street Lights“ oder das Fotoprojekt „Through your eyes“ haben dabei zwei Ziele: das gemeinsame Arbeiten (Kollaboration) und der Perspektivenwechsel. Die Arbeit wird wesentlich von Deutschland aus unterstützt. Ein Givat Haviva kann ich mir allerdings auch in Offenbach oder Dortmund vorstellen. Ich habe hier jedenfalls eine vorbildliche Integrationsarbeit erlebt.

 

Haifa

Das Hotel Dan Panorama ragt auf einem Vorsprung des Karmel-Gebirges über der Stadt. Hinunter führen Treppen, ähnlich wie die Staffeln in Stuttgart. Die Altstadt mit ihrer bildschönen Fußgängerzone lockt uns ins Tal.IMG_0756

Haifa, mit Blick auf die Bahia-Gärten

Während sich in Tel Aviv die Jeunesse dorée des Mittelmeerraumes trifft, um Geld (das ihrer Eltern) auszugeben und dies als Lebensstil bezeichnen, wird in Haifa richtig gefeiert. Zum Ende des Laubhüttenfestes sind die Straßen Altstadt mit Tischen und Stühlen zugestellt. Die Menschen essen, trinken, rauchen, tanzen.
Selbst Onkel Bo lässt sich anstecken und tanzt einen Reigen mit orthodoxen Juden und anderen Passanten.
Von mehreren Bühnen schallt Livemusik. Ein Sänger performt ins Travestiehafte, so dass ich unwillkürlich daran erinnert werde, dass Israel im weiten Umkreis das einzige Land ist, in dem man*frau nicht für Homosexualität gesteinigt wird. Auch die Regenbogenfarben stehen Haifa außerordentlich. Der Taxifahrer, der uns zurückbringt hat – wen überrascht’s? – eine Weile in Berlin gelebt.
Die folgende Nachtruhe ist dementsprechend kurz, aber ich starte mit einem traumhaften Blick über die Bucht von Haifa in den Mittwoch.

 

 

 

 

 

 

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