Veröffentlicht in Allgemein

Montag, 9. Oktober 2017

Wir vergessen nicht, und ich werde davon erzählen, solange ich noch Kraft habe.

 Judith Jaegermann, geb. Pinčovska.

Die Begegnung mit der Holocaust-Überlebenden Judith Jaegermann drückt die Stimmung heute ein wenig. Erinnerungen, die Betroffenheit auslösen. Mehr zu und ihr und ihrem Leben findet man*frau auf:
http://www.schoah.org/zeitzeugen/jaegermann.htm
Der Morgen ist geprägt von zwei Professoren, die durch Sachkenntnis einerseits, andererseits durch eine humorvoll-ironische Einfärbung, durch Anekdoten gewürzt und mit viel Energie Vorträge zu den schwierigen Themen „Religion“ und „Holocaust“ als zentrale Momente der israelischen Gesellschaft halten. Professor Moshe Zimmermann verdeutlicht an der Frage, ob Fußballspiel am Samstag stattfinden dürfen, welche gesellschaftlichen und politischen Kräfte die Diskussion darüber tragen und derzeit an den Willensbildungsprozessen in Israel mitwirken. Da am Samstag nicht gearbeitet werden dürfe, wollen orthodoxe und ultraorthodoxe Juden diese Art der Freizeitgestaltung verbieten. Welche religiösen Gebote den israelischen Alltag steuern, zeigt der Anflug von Passagierflugzeugen in der Nacht von Samstag auf Sonntag, die noch lange nach Mitternacht wie auf eine Perlenschnur gezogen über unsere Köpfe hinweg Ben Gurion Airport ansteuern – weil ihre orthodoxen Passagiere eben nicht am Sabbat fliegen dürfen.
Professor Moshe Zuckermann gibt einen illustren Einblick in die religiösen Gruppierungen, von Zionisten bis „Muskeljuden“(Bevor es zu Missverständnissen kommt: auch die zionistische Bewegung träumte von einem körperlich ausgebildeten neuen Menschen). Bei aller Divergenz in der israelischen Gesellschaft bleibt aber die Religion das einende Band der Israelis. Selbst eher säkulare Juden halten sich an Rituale wie das Küssen der Mesusa (einer Schriftkapsel am Türpfosten), das Fasten oder das besondere koschere Essen zu Feiertagen. In diesen Tagen finden die Feierlichkeiten zu Sokkut statt (Laubhüttenfest). Viele Eltern bauen für die Kinder eine solche Laubhütte auf dem Balkon (ist ja fast wie zelten), Restaurants stellen eine solche Hütte (Sukka) auf den Bürgersteig, um Kunden, oft Familien, darin speisen zu lassen.IMG_0720
In der Mittagspause flanierte ich über die Ben Yehuda Straße.

Die aufmerksamen Leser*innen meines Blogs wissen, dass ich in diesem Jahr einen Schwerpunkt auf Architektur gesetzt habe. Tel Aviv ist ein Freilichtmuseum für Bauhausarchitektur, oder, wie sie hier heißt, Moderne oder Internationaler Stil. Für die zahlreichen Gebäude wurde die Stadt zum Unesco-Welterbe erklärt. Die Fotos dieses Spaziergangs habe ich in die Galerie gestellt:
Galerie Bauhausgebäude in Tel Aviv

IMG_0704
Ben-Yehuda-Straße

Heute Nachmittag hält der stellvertretende Direktor der Deutsch-israelischen Industrie- und Handelskammer MIchel Weinheim ein Referat zu den Wirtschaftsbeziehungen beider Länder. Inzwischen weiderholen sich einige Informationen. Mir persönlich fehlt die Zeit, das Land und die Leute selbst kennenzulernen. Die Vorträge sind bildend, bleiben aber abstrakt. Und heute Abend sitzen wir wieder in einer Strandbar und bleiben unter uns.

 

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