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Monsun?!

Wo kommt all das Wasser her?
Der Dauerregen hält mich vom documenta-Spaziergang in Kassel ab. Stattdessen suche ich den Schutz trockener Mauern in DER künstlerischen Hochburg Schwabens… na? … wer weiß es?
Genau: Schwäbisch Hall!
Diese Stadt dürfte den meisten bekannt sein für die Erfindung der Schupfnudeln, der Schrauben und der Kehrwoche.
Man*frau kann einen Lebensweg als Künstler*innen einschlagen, versuchen, Hobby und Beruf zu vereinbaren oder, wie Reinhold Würth, wirtschaftlich erfolgreich sein, um sich dann das zu leisten, was einem*er wichtig ist. In Würths Fall sind das Kunst und Musik.

Foto(2)
Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall

In Schwäbisch Hall steht eine Kunsthalle, die seinen Namen trägt und mit hochkarätigen Ausstellungen glänzt (unterfüttert durch den Eigenbestand der Würth-Sammlung und durch internationale Leihgaben ergänzt). Die Ausstellung dieses Jahres trägt als Titel das an Wagner erinnernde stabreimende Trikolon „Wasser, Wolken, Wind“und beschäftigt sich mit den Elementen und allmöglichen Foto(4)Wetterphänomenen. Die Hängung hat ihren Schwerpunkt in der Malerei des 20. Jahrhunderts, aber ich entdecke erfreulich viele Werke aus dem neuen Jahrtausend. Mit Emil Nolde, Anselm Kiefer und Gerhard Richter sind die schillernden Namen vertreten, die Besucher allein wegen des Events anlocken. Dem Regen zu entgehen ist wohl auch anderen Menschen eingefallen, die Ausstellung ist jedenfalls gut besucht. Die Architektur bietet genügend Luft und Platz für Großformate und Skulpturen. Die Schau umfasst daneben auch Videoinstallationen.
Mein Lieblingsbild der Ausstellung: Die Wind Maid von Bernard Schultze (2002). Leider habe ich davon kein Foto, aber andere seiner Werke kann man*frau hier sehen:
http://www.kettererkunst.de/result.php?kuenstlernr=3347&auswahl=vk&shw=1
In einer Regenpause marschierte ich zur Johanniterkirche, einer vorbildlich restaurierten Kirche aus dem 12. Jahrhundert, die seit 2008 der Sammlung Alte Meister in der Sammlung Würth ein Zuhause gibt. Für die Gemälde des ausgehenden Mittelalters und der Renaissance lässt sich kaum ein besseres Gebäude finden. Der freigelegte Dachstuhl gibt dem ehemaligen Kirchenraum eine luftige Höhe, die der Vielzahl an Gemälden Luft und Licht zuführt. Highlight ist bestimmt die Madonna des Bürgermeisters Jacob Meyer zum Hasen von Hans Holbein dem Jüngeren (1525/26 und 1528). Die Elite der Reformationsmaler trifft ich hier mit Meistern vor allem des süddeutschen Raumes. Sehr, sehr sehenswert…
Beim Verlassen will mich der schwäbische Himmel wegspülen, ich flüchte deshalb ins ehrwürdige Café Ableitner. Guter Kaffee, aber vor allem extrem lekkere Kuchen und Torten. Die Inneneinrichtung erstaunlich modern, ist ja auch renoviert worden. Zur Altstadt Schwäbisch-Halls kann ich leider nichts sagen, es gießt nach wie vor wie in einer Regen-Filmszene. Die Häuser stehen jedenfalls noch, als ich fahre.

Foto
Brückenhaus über den Kocher mit Café Ableitner

Nachtrag:
Am nächsten Tag besuchte ich die Würth-Zentrale in Künzelsau. Dort unterhält der Firmenpatriarch ein technisches Museum ….
und seine Frau stellt dort unter dem Titel Allerlei Entdeckungen ihre Privatsammlung aus. Leider habe ich von dort keine Fotos.

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Ein Kommentar zu „Monsun?!

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